Von Herz zu Herz
Liebe Leserinnen und Leser,
eines meiner Lieblingsstücke von G. Polt trägt den Titel: „Der Gedanke“. Ein Angestellter bekommt darin die Aufgabe, sich für eine Abschiedsfeier einen Gedanken zu machen. Keine leichte Aufgabe.
„Wer macht sich denn heute noch einen Gedanken selber?“, wird gefragt. Und: „Haben wir denn nicht noch irgendwo einen Second-Hand-Gedanken?“ Aber ein abgekupferter Gedanke tut’s nicht, wenn Herz im Spiel sein soll. Und Herz braucht es in so manchen Situationen. Z.B. bei einem Abschied oder bei einem Übergang.
Wenn große Veränderungen geschehen, dann sind wir mit Verstand und Herz gefordert. Klare Informationen sind zwar wichtig und geben bereits Sicherheit. Doch falls sie zu kühl daherkommen, zu nüchtern, zu sachlich – dann fröstelt’s in den Herzen.
Herzen brauchen Wärme. Unsere Herzen sind zentrale Punkte in uns allen, die in und mit und aus Wärme sind und wirken. Das gilt für das Organ Herz. Und ebenso für das Herz, das wir gleichsetzen mit unseren Gefühlen und Charakteren, mit der Seele.
Wärme strahlt für mich das Titelbild dieser Ausgabe aus. Mich bewegen die Farben und Konturen und auch die Tiefen der einzelnen Ebenen. Faszinierend, wie selbst das digitale Bild vom Bild noch so wirken kann. Das Original der Künstlerin ist mit Acryl und Wildpflanzensamen gefertigt und größer: 70×100 cm.
Über ihr Bild schreibt Ruth Haunert:
„Menschenfreundlich zu sein bedeutet für mich, offenen Herzens und präsent auf Augenhöhe in Kontakt zu treten mit meinen Mitmenschen, unabgelenkt von äußeren Einflüssen. Das Herz in meinem Acrylbild symbolisiert für mich diese innere Haltung.“
Eine innere Haltung. Die ist wichtig. Ganz sicher. Im Stück „Der Gedanke“ lässt Polt die Erzählfigur arg mit dieser inneren Haltung ringen. Natürlich mit herzerfrischendem Humor – der, wie jeder gute Humor, auch einen Ernst in sich trägt. In einem einfach schönen Satz heißt es: „Im Grunde seines Wesens ist der Mensch ein Gefühlsmensch!“
Wenn wir uns im Wandel wiederfinden, sind Verstand und Herz gefragt. In der Veränderung müssen wir viel verstehen und die Seele muss mitkommen können. Von Veränderung und Wandel haben wir in den letzten Ausgaben stets geschrieben. Weil viel Wandel in unserer Evang.-Luth. Landeskirche in Bayern geschieht.
Was Ihre Gemeindeleitungen, die Kirchenvorstände von Gnaden- und Friedenskirche in diesem Wandel tun, planen und angehen: Davon lesen Sie diesmal auf gleich zwei Seiten: 28 und 29.
Auf den Seiten 9, 17, 29 finden Sie zu einer enormen Verwandlung Informationen: Mit viel Verstand und Herz haben Kirche und Kommune in Schwabhausen eine Lösung erarbeitet, die das Zentrum für Gemeinschaft in der Edelweißstraße bewahrt. Begegnung und Gespräche auf Augenhöhe, Worte von Herz zu Herz sollen und werden dafür ihre Zeit haben. Sie sind dazu herzlichst willkommen!
Herzliche Grüße und Segenswünsche!

