Liebe Leserin, lieber Leser,

die 9-jährige Helen hat auf die Frage „Wie sieht für Dich Gott aus?“ ein Bild gemalt, das wir gern als Titelbild verwendet haben.

Ein Blumenbild ist es geworden, mit zwei Gegenständen, einem Schlüssel und einer offenen Tür, die wie ein Regenbogen gemalt ist. Es ist ein mehr abstraktes Bild für Gott. Kein Mann mit Bart im Himmel. Sondern ein Schlüssel und eine Regenbogentür.

Darüber lässt sich gut meditieren: Gibt es keinen Gott? – wie manche sagen – oder kann man ihn nur nicht sehen – wie mit Helen die meisten sagen würden.

Vielleicht ist mit dem Schlüssel ein Schlüssel zum Glauben gemeint, den jede und jeder von uns finden muss. Ein Verständnis aufzubringen, wie ich mich in der Welt fühle: Dass die Welt schön ist, so bunt, dass es eine Wonne ist, darin aufzuwachsen und zu reifen. Und ein Regenbogen am Himmel, wie ein Versprechen Gottes, dass die Welt bestehen bleibt, trotz allem −  was wir Menschen so treiben.

Auf die Frage „Was glaubst denn Du?“ habe ich drei Menschen befragt, die in meinem Gesprächskreis zum Glauben seit Jahren teilnehmen. Aber auch ihnen ist es nicht leichtgefallen, darauf eine Antwort zu finden. Es sind sehr unterschiedliche Antworten geworden, so wie wir alle ja recht unterschiedlich denken und glauben.

Was würden Sie auf die Frage „Was glaubst denn Du?“ antworten? Würden Sie nach Worten suchen und erstmal überlegen müssen? Ich möchte Sie ermutigen, sich dieser Frage einmal zu stellen!

Pfarrerin Christiane Döring will Sie zum Nachdenken anregen, wie es Ihnen mit dem Glaubensbekenntnis geht, das wir Sonntag für Sonntag im Gottesdienst sprechen. Sie meint, dass man damit ein Leben lang nicht fertig wird und dass das gut sei.

Nicht gut ist, dass die Corona-Zeit noch anhält. Die Gefahr, an Covid-19 zu erkranken, besteht leider auch weiterhin. Wer von uns hätte das gedacht! In unserem Gemeindeleben werden wir arg herausgefordert. Ab Mai konnten wir wieder Gottesdienste feiern. Wir haben jetzt begonnen, Kinder zu taufen. Erste Gemeindekreise treffen sich seit Herbst wieder, vorsichtig, mit Abstandsregeln und mit Mund-Nasen-Schutz. Wenn die Zahlen der Infizierten im Landkreis Dachau wieder hochgehen, müssten wir wieder „Begegnungen fasten“, so schade das auch ist.

Augenblicklich wissen wir nicht, wie wir heuer Weihnachten in der Kirche feiern können. Das geht auf jeden Fall nicht mit 500 Menschen in einem Gottesdienst! Wir suchen nach Lösungen. Vielleicht werden wir im Freien feiern? Wir werden die Möglichkeiten in der Presse und auf den Homepages der Gemeinden veröffentlichen!

Pfarrer Joachim Erbrich hat Ende Juli von der Friedenskirche in eine Kirchengemeinde in Coburg, Vikarin Antonia Ehemann von der Gnadenkirche in eine fränkische Gemeinde gewechselt. Pfarrerin Christiane Döring von der Gnadenkirche wird zum neuen Jahr in die Kirchengemeinde von Pöcking am Starnberger See wechseln. Und Pfarrerin Katalin Seyfang ist zum 1. September an die Friedenskirche gekommen.

Allen vieren wünsche ich einen guten Start in ihrem neuen Wirkungskreis!

Pfarrer Thomas Körner