Liebe Leserin, lieber Leser,

ich schaue gern in den Himmel. Nicht nur, wenn die Sonne scheint oder mich die Wolken in ihrer verschiedenen Form zum phantasieren anregen, sondern auch und vor allem in der Nacht.

Wenn ich von einem Abendtermin nach Hause komme, dann blicke ich noch einmal nach oben. Mal ist es trüb, aber in vielen Fällen strahlen die Sterne mir entgegen. Wie unendlich weit das Weltall doch ist – und wie klein der Mensch darin!

An solchen Abenden schweifen meine Ge­danken ab zu den Erinnerungen an meine Kindheit. In meinem Heimatdorf feiern wir im August Kirchweih. Oft trifft es sich da, dass die Zeit der Perseiden genau mit dem Kirchweih-Wochenende zusammenfällt. Um die Vielzahl an Sternschnuppen, die uns dieses Phänomen beschert, wahrnehmen zu können, muss man sich allerdings vom Getümmel am Marktplatz entfernen. Wir legten uns mit Decken in einen Hof und starrten in die Weiten des Sternenzelts über uns. Wir zählten Sternschnuppen. Oft waren es über 40 in einer Stunde – und eine ist mir noch immer in Erinnerung: Sie war so hell, dass ihr Schein einige Sekunden am Himmel nachglühte.

Jetzt im November sind die Tage kürzer und die Nächte länger. Genug Zeit also, sich von der Ruhe und Strahlkraft der Sterne verzaubern zu lassen.

Dann, gegen Ende des Monats werden andere Sterne auftauchen und Wohnungen und Einkaufsstraßen erhellen. Aus den dunklen Fenstern strahlen sie uns entgegen.

In dieser Ausgabe haben wir die Sterne zum Thema gemacht. Wir bedenken darin die Rolle des Sterns, der über der Herberge in Bethlehem strahlte. Sie können sich über die Tradition des weit verbreiteten Herrnhuter Sterns erkundigen. Gerhard Last setzt ihnen einen Ohrwurm in den Gehörgang, den Sie nur schwer wieder loswerden. Zuletzt werden Sie wieder in den Monat November geführt, der mit seinen Gedenktagen das Thema Tod und Sterben in Erinnerung ruft. Was Sterne damit zu tun haben (oder auch nicht?) – lesen Sie rein!

Am Ende des Kirchenjahres wünsche ich Ihnen, dass Sie sich – wie ich zur Kirchweih – aus dem Trubel des Alltags herausziehen können und ein Gespür für die Ewigkeit bekommen.

Und zum Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent hoffe ich, dass die vielen Sterne in den Fenstern und Straßen ihr Herz erwärmen und sie hineinnehmen in die Freude, die uns die Engel an Weihnachten zusingen.

Die Weihnachtsdekoration wird bald darauf wieder in Kartons verschwinden, die in dunkle Ecken im Keller oder auf dem Dachboden geräumt werden. Räumen Sie die Weihnachtsfreude nicht mit weg, sondern behalten sie das Licht des Sterns von Bethlehem in Ihren Herzen!

Ihre Vikarin
Antonia Ehemann