Erneuerung der Glockenanlage

Seit der Einweihung der Gnadenkirche
am 19. April 1964 erschallen die vier Glocken vom markanten Glockenturm über Dachau.

Die vier Glocken der Firma Cudnochows­ky aus Erding „dürfen wegen ihrer Klang­reinheit und ihren Abklingzeiten als Meisterwerke der Glockengieß­kunst bezeichnet werden“ (Bericht des Sachverständigen). Nach über 55 Jahren war eine Überarbeitung dringend not­wendig, um die wertvollen Bronzeglo­cken langfristig zu erhalten.

Für die Arbeiten beauftragte der Kirchen­vorstand die Firma Alexander Lang & Stefan Gruber GbR aus Markt Röhrnbach.

Dazu gehörte zum einen eine Erneuerung der technischen Anlage: Die vorhandenen Motoren wurden erhalten und mit elektronischen Steuerungen ausgestattet. Die alten mechanischen Steuerungen rissen die Glocken beim Einschaltvorgang aggressiv hoch und erschütterten den gesamten Turm. Die neuen elektronischen Steuerungen erlauben ein sanftes Anläuten sowie einen weichen Bremsvor­gang. Das schont die Bausubstanz des Turmes.

Die alten Metalljoche und die harten Klöppel sind Geschichte.

Aber auch am Klang waren Korrekturen nötig: Die sehr harten Klöppel erzeugten einen aggressiven, harten Klang. Zudem beschädigten sie auch die Glocken mas­siv.
Auch die alten Eisenjoche, an denen die Glocken aufgehängt waren, verstärkten diesen harten, metallischen Klang. Die
neuen Klöppel sind aus weichem Schmiedeeisen angefertigt, die die Glocken schonen und ihre Lebensdauer um ein Vielfaches verlängern. Auch der Klang wurde durch die neuen Klöppel verbessert: „Die Glocken werden vom Klöppel geküsst“, wie man den Vorgang in der Fachsprache bezeichnet.

So sehen die neuen Holzjoche und Klöppel aus.

Alle vier Glocken erhielten neue formschöne Joche aus hochwertigem Eichenholz. Dadurch können die Glocken natürlich schwingen, was eine enorme Klangverbesserung bewirkt.

Die durchgeführte Erneuerung war eine notwendige Investition, um die überaus wertvollen Glocken langfristig zu erhalten und den Klang erheblich zu verbessern.
Die Kosten belaufen sich auf etwa 19.000 €.

John Benedikt Pohler