Liebe Gemeindemitglieder!

Kennen Sie den Film „Willkommen bei den Sch’tis“? Er handelt von einem französischen Postbeamten, der vom sonnigen Süden in den hohen Norden Frankreichs strafversetzt wird. Philippe Abrams ist, ebenso wie seine Familie, davon überzeugt, dass die drei Jahre in der Region Nord-Pas-de-Calais nichts Gutes bringen würden. Nicht nur die andere Art zu leben, auch der seltsam anmutende Akzent der Nordfranzosen bereiten ihm Sorgen.

Und nun stehe ich, wie Philippe Abrams im Film, vor einem neuen Abschnitt in meinem Leben. Anders als bei ihm ist es bei mir keinesfalls eine Strafversetzung, wenn ich nun nach Dachau ziehe. Denn das waren meiner und der Wunsch meines Partners, der an der LMU in München sein Studium fortsetzen wird. Dieser Schritt trennt mich allerdings von meiner Familie, die in Mittelfranken beheimatet ist. Im Unterschied zu Philippe Abrams, der Leiter einer Postfiliale war, werde ich in der Gnadenkirche als Vikarin tätig sein.

Das ist nach meinem Studium in Tübingen, Montpellier, Heidelberg und Neuen­dettelsau der zweite Teil meiner Ausbildung zur Pfarrerin, den ich nun im Alter von 25 Jahren beginne. Dabei wird mich in den nächsten zweieinhalb Jahren Pfarrerin Ulrike Markert begleiten und anleiten. Herzlichen Dank hierfür!

Ich hoffe, dass es mir ähnlich gehen wird wie dem Postfilialleiter im Film: Er trifft
an seinem neuen Wirkungsort auf Menschen, die ihm durchweg freundlich gesinnt sind und schließt sie bald in sein Herz. Wenn Sie diesen Gemeindebrief lesen, sind wir uns vielleicht sogar schon begegnet. Dann wird Ihnen sicher gleich mein fränkischer Dialekt aufgefallen sein. Doch wie sich im Film zeigte, sind Sprachbarrieren keinesfalls unüberwindbar!

Ich freue mich sehr darauf, mit Ihnen in Kontakt zu kommen und Sie ein Stück Ihres Lebensweges zu begleiten. Vielleicht geht es mir dann im August 2020 ähnlich wie es der Postbeamte Antoine seinem neuen Filialleiter bei einem Spaziergang prophezeit: „Wer in den Norden [in meinem Fall ist es der Süden] zieht, weint zweimal: einmal bei der Ankunft und einmal, wenn er wieder abfährt“.

Seien Sie herzlich gegrüßt und Gott befohlen,

Ihre Vikarin Antonia Ehemann