Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, ER wird‘s WOHLmachen. (Psalm 37, Vers 5)

„Jung bleibt der Mensch, der immer wieder den Mut hat, neu anzufangen.“ Das schrieb mir vor 40 Jahren ein Freund in ein Erinnerungsbuch. Und das beherzige ich nun, wenn ich nach 14½ Jahren den Münchner Norden verlasse. Ich starte zum 1. Februar 2018 wieder als G emeindepfarrer, und zwar in der Kirchengemeinde Berlin-Mariendorf – und freue mich auf diesen Anfang. Dabei folge ich dem Ruf der Liebe, weil meine Lebensgefährtin Michaela Achberger als Psychotherapeutin in der Hauptstadt tätig ist.

Als ich im Mai 2003 bei Ihnen als Dekan im Münchner Norden begann, wohnte diesem Anfang zunächst kein Zauber inne, wie Hermann Hesse schreibt. Viele Veränderungen galt es zu gestalten im Prodekanat – und letztlich auch privat. Ermutigen – Ermöglichen – Erneuern … mit diesem Motto war ich angetreten. Ob mir das gelungen ist?

Direkte Wege waren mir lieber als verschlungene, aber auch weite Wege wie der spanische Jakobsweg haben es mir angetan. Ich durfte mit Ihnen Abschiede und Einführungen erleben, Jubiläen feiern, markante Wegpunkte begleiten. Die 14 Gemeinden des Münchner Nordens und vor allem ihre Mitarbeitenden habe ich lieb gewonnen. Begleitet habe ich mich dabei immer gefühlt, angefangen von den stellvertretenden Dekanen Hans M. Schroeder und Christian Weigl im Prodekanat, bestens unterstützt von Sylvia Erber im Büro und mit dem nettesten Pfarrkapitel der Welt. Gesichter von jung bis alt stehen mir jetzt vor Augen. Letztendlich aber war ich v.a. begleitet von Gott, so wie es der Psalmvers verspricht.

Manches an Entwicklung macht mich nachdenklich: die Gemeindegliederzahlen sind rückläufig, Gebäude werden von manchen als Last empfunden, die Aufgaben werden nicht weniger. Das Vorhandene als Schatz dankbar neu entdecken und sich gleichzeitig für den Wandel öffnen – das scheint mir ein Geheimnis gelingenden Lebens. Ich habe dabei im wahrsten Sinne Federn gelassen, aber auch Flügel bekommen. Sie tragen mich nun an einen anderen Ort. Mit einer guten Portion Wehmut und viel Vorfreude. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und die Zusammenarbeit!

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht. (Evangelisches Gesangbuch Nr. 369, 7)

Herzlich Ihr

Uli Seegenschmiedt, Dekan